Robert Pilatus schreib als Star des Playback-Popduos "Milli Vanilli" Musikgeschichte. Er wurde im Jahre 1966 geboren. Er war der Sohn eines US-Soldaten und einer Deutschen. Er wohnte in München bei seinen Adoptiveltern, ein Arzt und seine Frau. Er hatte grüne Augen und schwarze Rasta-Zöpfe und trug zerrissene Jeans.

Milli Vanilli hatte vor zehn Jahren aus dem Nichts heraus die Hitparaden gestürmt.  "Milli Vanilli" war Ende der achtziger Jahre für kurze Zeit eine der erfolgreichsten Bands der Welt und verkaufte 30 Millionen Singles.  Mit vier verschiedenen Titeln schafften sie es auf den ersten Platz in den US-Charts. Dafür erhielten sie den Grammy, die begehrteste Musik-Trophäe der Welt.

Dann stellte sich heraus, daß die Musiker nicht selbst gesungen, sondern nur die Lippen zum Playback bewegt hatten.  Es war der größte Skandal der Pop-Geschichte.  Nach Auffliegen des Schwindels wurde ihnen der Grammy aberkannt. Sogar die Käufer der CD erhielten nach einer Gerichtsentscheidung in den USA drei Dollar zurück.

Doch Rob und Fab verkündeten selbstbewußt: "Wir werden jetzt selbst singen, unser neues Projekt wird erfolgreicher als ,Milli Vanilli'."

Als ein Comeback-Versuch mißlang, machte Pilatus nur noch mit Skandalen Schlagzeilen. 1996 nahm ihn die Polizei in Los Angeles fest, weil er im Drogenrausch ein Auto aufgebrochen hatte.  Farian half ihm mit 150.000 Mark Kaution.

Im April 1998 in einem Frankfurter Hotelzimmer starb Pilatus im Alkoholrausch.  Davor hatte er Tabletten für seinen Drogenentzug genommen--zusammen eine tödliche Mixtur.

Rob war nicht ein grosser Musiker, aber seine Geschichte ist wichtig. Er war beliebt in Deutschland. Milli Vanilli war der erste weltberuehmte Band aus Deutschland. Heute spielen andere Deutsche im Ausland. Robs Geschichte zeigt, daß Deutschland eine mannigfaltige Gesellschaft geworden ist.